BKA Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität
Im Jahr 2010 wurden in der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) insgesamt 102.813 Fälle von Wirtschaftskriminalität registriert (2009: 101.340). Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr einen Anstieg von 1,5 Prozent (1.473 Fälle).
Für den Bereich der angezeigten Wirtschaftskriminalität konnten 2010 insgesamt 37.278 Tatverdächtige registriert werden, rund 4 Prozent mehr als im Vorjahr (2009: 35.801).
Die Aufklärungsquote betrug im Berichtsjahr 91 Prozent (2009: 92 Prozent) und lag damit erneut deutlich höher als bei der Gesamtkriminalität (56 Prozent). Dies liegt u. a. darin begründet, dass der Geschädigte in der Regel den Täter kennt.
BKA Präsident Ziercke sagte bei der Vorstellung des "Bundeslagebildes Wirtschaftskriminalität 2010" laut Pressemitteilung: "Die polizeilichen Daten geben das tatsächliche Ausmaß der Wirtschaftskriminalität nur eingeschränkt wieder. In erster Linie sind es die Interessenlagen der Opfer, die zur Folge haben, dass nur ein Teil der begangenen Wirtschaftsdelikte bei den Strafverfolgungsbehörden angezeigt wird. Betroffene Unternehmen fürchten Image- und Reputationsverluste. Die interne Schadensbegrenzung steht oftmals noch an erster Stelle."
Obwohl die Gesamtfallzahlen nahezu gleich geblieben sind, belief sich der durch die Wirtschaftskriminalität verursachte Schaden 2010 auf 4,66 Milliarden Euro (2009: 3,43 Milliarden Euro) und ist damit um rund 36 Prozent angestiegen. Delikte der Wirtschaftskriminalität verursachten somit über die Hälfte des in der PKS ausgewiesenen Gesamtschadens von rund 8,4 Milliarden Euro. Dabei hat die Wirtschaftskriminalität nur einen Anteil von 1,7 Prozent an den insgesamt polizeilich bekannt gewordenen Straftaten (2010: 5.933.278).
Die Anzahl der Fälle aus dem Bereich der Wirtschaftskriminalität, in denen das Internet als Tatmittel genutzt wurde, ist deutlich um 20.374 auf 31.093 Fälle (+ 190 Prozent) angestiegen. Im Jahr 2010 wurde damit bei mehr als jedem vierten Fall von Wirtschaftskriminalität das Internet genutzt. Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Umstand, dass klassische Betrugsformen mehr und mehr unter Verwendung des Internet begangen werden.
Das BKA "Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2010" zum Download:
Downloadlink: BKA Bundeslagebild Wirtschaftskriminalität 2010 (pdf) [1.522 KB]
